Case Study

AIDS Hilfe Wien / MAGNUS

IT-Support
Netzwerk-Betreuung
System-Monitoring

Eine bestehende Infrastruktur, viel Potenzial und mittendrin der Aufbau eines komplett neuen Behandlungszentrums (magnus*), das pünktlich eröffnen musste.

So beginnt die Geschichte von AIDS Hilfe Wien und magnus* – und sie zeigt, was passiert, wenn eine über Jahre gewachsene IT-Landschaft auf den Anspruch trifft, sie einmal von Grund auf sauber aufzustellen.

Kunde

AIDS Hilfe Wien / MAGNUS

Praxisform

Verein
PVE

Fachrichtung

Sexuelle Gesundheit

Services

IT-Support
Netzwerk-Betreuung
System-Monitoring

Projektzeitraum

7 Monate

Besonderheiten

~30 Arbeitsplätze

Der Moment, der alles ins Rollen brachte

Ein IT-Betreuer-Wechsel beginnt idealerweise mit einer vollständigen Bestandsaufnahme. Denn gerade bei über Jahre gewachsenen Umgebungen zeigt sich der tatsächliche Zustand oft erst während einer Neuübernahme.

Die Analyse deckte einige Punkte auf, die genauer betrachtet werden mussten: Zugriffsrechte, die sich mit der Zeit angesammelt hatten, und Systeme, deren Dokumentation nicht ganz auf dem aktuellen Stand war. Externe Subunternehmer – etwa der Drucker-Dienstleister – hatten dabei über bestehende VPN-Zugänge weitreichenderen Zugriff auf das Netzwerk, als für ihre eigentliche Aufgabe nötig gewesen wäre.

Solche Situationen sind in gewachsenen Organisationen keine Seltenheit. Berechtigungen und Dokumentation entwickeln sich über Jahre organisch mit – und profitieren irgendwann von einem frischen, unabhängigen Blick.

Genau in diesem Moment übernahm it4med nicht nur eine bestehende Infrastruktur, sondern gleichzeitig die Verantwortung für den Aufbau von MAGNUS, dem neuen Primärversorgungszentrum. Zwei Baustellen, ein Zeitplan, rund 30 Arbeitsplätze.

Die erste Entscheidung: Nicht alles wegwerfen

Die naheliegende Reaktion auf die komplexe IT-Landschaft wäre gewesen: alles neu.
Neuer Server, neue Software, neue Lizenzen.

it4med entschied anders. Die Analyse zeigte: Ein Großteil der vorhandenen Hardware war technisch noch völlig ausreichend. Statt den bestehenden Server zu ersetzen, wurde einfach sein Arbeitsspeicher erweitert – eine gezielte Investition statt eines kompletten Austauschs. Ergänzt wurde das Ganze durch ein neues NAS-System.

Auf Softwareebene fiel dann aber doch eine grundlegende Entscheidung: VMware ESXi wich Proxmox. Nicht aus Prinzip, sondern aus Kostenlogik – die neue Plattform löste die Bindung an ein teures Lizenzmodell, ohne dass die bestehenden virtuellen Systeme neu aufgesetzt werden mussten.

Gut zu wissen

Bevor man sich für einen Neukauf entscheidet, zahlt sich ein zweiter Blick aus: oft reicht eine gezielte Erweiterung völlig aus. Und ein Blick auf die laufenden Lizenzkosten verrät meist mehr über das Sparpotenzial als ein Blick auf die Hardware.

Ein Netzwerk, das endlich eine Sprache spricht

Vor der Übernahme bestand die Netzwerkinfrastruktur aus Komponenten unterschiedlichster Hersteller – historisch gewachsen, wie es in vielen Organisationen der Fall ist. it4med standardisierte konsequent auf MikroTik. Die Core-Switches wanderten von Kupfer auf Glasfaser.

Der eigentliche Clou liegt aber nicht in der Herstellermarke, sondern in der Struktur dahinter: Über VLANs – virtuelle Netzwerke – wurden AIDS Hilfe Wien und MAGNUS logisch voneinander getrennt, obwohl sie sich dieselbe physische Verkabelung teilen. Eine Netzwerkdose kann heute, je nach Bedarf, Geräte unterschiedlicher Bereiche bedienen, ohne dass ein Kabel neu verlegt werden muss.

Für eine Einrichtung, in der Praxissoftware, medizinische Geräte, Mitarbeiter-WLAN, Gäste-WLAN und externe Dienstleister gleichzeitig auf ein Netzwerk zugreifen, ist das kein Luxus, sondern Grundschutz: Nicht jedes Gerät muss mit jedem anderen sprechen können.

Die eigentliche Herausforderung: zwei Entitäten, ein Haus

Was diese Aufgabe von einer klassischen Ordination unterscheidet, ist die Kombination aus medizinischer Einrichtung, großem Gebäude und zwei eigenständigen Organisationen unter einem Dach. Genau diese Kombination hätte für einen kleineren, weniger spezialisierten Dienstleister eine echte Hürde dargestellt.

Die Fähigkeit, ein Netzwerk so zu virtualisieren, dass an jeder Netzwerkdose im Haus jede Komponente jedes bestehenden oder künftigen Bereichs mit minimalem Aufwand bereitgestellt werden kann, war hier der entscheidende Faktor. Sie macht nicht nur die Inbetriebnahme einfacher, sondern vor allem die laufende Betreuung danach deutlich unkomplizierter – neue Räume oder Teams lassen sich einbinden, ohne dass jedes Mal neu verkabelt oder neu geplant werden muss.

Zugriffe neu geordnet

Bestehende Portweiterleitungen wurden durch kontrollierte VPN-Zugänge ersetzt. Die gesamte Umgebung wurde zusätzlich in das SD-WAN-System von CASC eingebunden – it4med kann seither sicher auf die betreuten Systeme zugreifen, ohne Dienste unnötig offen ins Internet zu stellen.

Die entscheidende Frage, die daraus für jede Praxis folgt: Welche externen Dienstleister haben aktuell Zugriff auf Ihr Netzwerk – und brauchen sie wirklich so viel davon? 

Telefonie, Internet und die Frage nach dem Ausfall

Beim Aufbau von MAGNUS ging es nicht nur um Server und Netzwerk, sondern auch um jene Systeme, mit denen Patienten und Praxisteam täglich arbeiten.

Die Telefonie wurde mit einer Unicope-Lösung und Yealink-Endgeräten umgesetzt. Bei der Internetanbindung entschied man sich bewusst gegen einen Anbieterwechsel: Die bestehende Magenta-Leistung war stabil und ausreichend, ein Wechsel hätte nur zusätzliches Risiko ohne echten Mehrwert bedeutet.

Für die zentralen Komponenten sorgt eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) dafür, dass ein kurzer Stromausfall nicht sofort zum Problem wird.

Gut zu wissen

Nicht jede Ausfallsicherheit muss von Anfang an vollständig stehen. Wichtig ist, dass die Prioritäten klar sind – Strom für die zentralen Systeme zuerst, redundantes Internet als nächster Schritt.

Als aus einer Zahl ein Nervenkitzel wurde

Nicht alles lief nach Plan. Bei der Migration der virtuellen Server von ESXi zu Proxmox – bewusst außerhalb der Öffnungszeiten und teils am Wochenende angesetzt – wurde die zu übertragende Datenmenge unterschätzt. Was auf dem Papier schnell ging, dauerte in der Praxis spürbar länger.

Kein Beinbruch, aber ein Realitätscheck: Theoretische Übertragungsgeschwindigkeit und tatsächliche Migrationsdauer sind zwei verschiedene Dinge. it4med überbrückte die Situation mit zusätzlicher Rückfall-Hardware – die Betriebssicherheit blieb gewahrt, während im Hintergrund weitergearbeitet wurde.

Bemerkenswert dabei: Es war die einzige nennenswerte Abweichung im gesamten Projekt. Nahezu jede andere Hürde war im Vorfeld längst eingeplant.

Nie wieder überrascht werden

Der vielleicht größte Kulturwandel für den Kunden: von reaktiv zu vorausschauend. Die Monitoring-Lösung auf Basis von Zabbix überwacht laufend alle virtuelle Maschinen, Hypervisor, Switches, Gateway und Access Points. Fällt etwas auf, bewertet das IT-Team die Dringlichkeit, informiert bei Bedarf den Kunden – und behebt die Ursache, bevor daraus im Ordinationsalltag ein Ausfall wird.

Monitoring allein löst kein Problem. Aber es verschafft den entscheidenden Vorsprung: Zeit, bevor Patienten und Praxisteam etwas merken.

Das Ergebnis

Heute steht der AIDS Hilfe Wien und MAGNUS eine einheitlich dokumentierte, segmentierte und überwachte Infrastruktur zur Verfügung.

Die laufende Betreuung durch it4med umfasst dabei konkret:

  • Betreuung des Hypervisor-Systems
  • Überwachung des Stands und Aktualisierung der laufenden Software
  • Überwachung der Hardware-Komponenten
  • Betreuung der Windows-Domäne
  • Betreuung des Microsoft-365-Tenants
  • Betreuung des Netzwerks im Allgemeinen
  • genereller Ansprechpartner in allen informationstechnologischen Belangen

Drei Fragen, die sich jede Ordination stellen sollte

  1. Ist wirklich alles dokumentiert – oder nur das, was zuletzt jemand aufgeschrieben hat?
  2. Wer hat Zugriff auf unser Netzwerk – und braucht er ihn tatsächlich in diesem Umfang?
  3. Würden wir eine Störung bemerken, bevor der Patient sie bemerkt?