Mehr Sichtbarkeit mit kleinem Budget: Google Ads für Arztpraxen

Google Ads muss kein teures Unterfangen sein – selbst mit begrenztem Budget lassen sich erfolgreiche Kampagnen für Arztpraxen gestalten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit smarten Strategien und gezielter Optimierung Ihre Praxis optimal positionieren – inkl. passender Beispiele aus der Praxis.

Google Ads arbeitet mit Tagesbudgets, die pro Kampagne oder übergreifend für mehrere Kampagnen festgelegt werden können. Dieses Budget bestimmt, wie viel im Schnitt pro Tag ausgegeben wird – Google verteilt diesen Betrag automatisch und kann an einzelnen Tagen auch mehr oder weniger investieren. Dabei wird das Monatsbudget (Tagesbudget × 30,4) nie überschritten.

Für Ärzt*innen gilt: Die Höhe des Budgets sollte sich nach der strategischen Bedeutung von Google Ads im gesamten Marketing-Mix richten. Insbesondere bei neuen Kampagnen ist es sinnvoll, mit einem überschaubaren Budget zu starten. Google selbst empfiehlt zu Beginn Tagesbudgets zwischen 10 und 50 Euro – also rund 300 bis 1.500 Euro im Monat. Mit kluger Planung, lokaler Ausrichtung und präzisen Keywords lassen sich aber auch mit kleineren Budgets bereits wirksame Kampagnen umsetzen.

1. Negativ Keywords festlegen um Streuverluste zu vermeiden

Relevanz ist das A und O. Nutzen Sie den Suchbegriffsbericht, um uninteressante Suchanfragen auszuschließen. Durch das Hinzufügen von Negativ‑Keywords verhindern Sie unnötige Klicks und erhöhst die Budget-Effizienz.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Eine Hautarztpraxis schaltet Google Ads für den Suchbegriff „Hautarzt Wien Termin online“, um gezielt neue Privatpatient:innen anzusprechen. Im Suchbegriffsbericht zeigt sich jedoch, dass viele Klicks über Anfragen wie „Kassenarzt Hautarzt Wien“, „Kostenloser Hautarzt in der Nähe“ oder „Hautarzt Notfall Krankenhaus“ generiert werden – Suchanfragen, die nicht zur Zielgruppe passen und das Werbebudget unnötig belasten. Durch das gezielte Festlegen von Negativ Keywords wie „Kassenarzt“, „kostenlos“, „Notfall“ und „Krankenhaus“ lassen sich diese irrelevanten Klicks ausschließen. Das erhöht die Relevanz der Anzeigenschaltung, reduziert Streuverluste und steigert die Effizienz des eingesetzten Budgets erheblich.

Ergebnis:

  • Höhere Relevanz der Anzeigen.
  • Deutlich weniger Streuverluste.
  • Mehr qualifizierte Anfragen.
  • Bessere Budgetnutzung.

2. Die richtige Gebotsstrategie wählen – manuell oder automatisiert

Mit manuellem CPC behalten Sie die volle Kontrolle über deine Klickkosten – ideal, wenn’s ums Kostenmanagement geht. Automatisch optimiertes CPC kann jedoch helfen, das Budget gezielt für konversionsstarke Klicks einzusetzen – ideal für kleinere Budgets.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Eine Wahlarztpraxis für Innere Medizin möchte gezielt Patient:innen für Vorsorgeuntersuchungen gewinnen. Um die Kontrolle über die Klickkosten zu behalten, wählt die Praxis zunächst den manuellen CPC und legt für stark umkämpfte Begriffe wie „Privatarzt Vorsorge Wien“ ein maximales Gebot fest. So lassen sich die Ausgaben präzise steuern – besonders wichtig in der Testphase der Kampagne. Nach einigen Wochen mit soliden Conversion-Daten stellt die Praxis auf eine automatisierte Gebotsstrategie um („Optimierter CPC“). Dadurch kann Google das Budget gezielt auf Suchanfragen lenken, die mit höherer Wahrscheinlichkeit zu Terminbuchungen führen. Die Kombination aus anfänglicher Kostenkontrolle und anschließender Automatisierung sorgt für mehr Effizienz und eine bessere Auslastung der Praxis – selbst bei begrenztem Werbebudget.

3. Werbezeit gezielt planen – nur wenn Patienten suchen

Schalten Sie Ihre Google-Anzeigen nur zu den Zeiten, in denen Patienten am ehesten nach Ihren Leistungen suchen – z. B. werktags zur Sprechzeit. So sparen Sie Budget und erreichen mehr Interessierte in relevanten Momenten.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Eine HNO-Privatordination möchte gezielt Patient:innen mit akuten Beschwerden oder Interesse an rascher Terminvergabe erreichen. Im Kampagnenstart laufen die Google Ads rund um die Uhr – auch nachts und am Wochenende. Der Suchbegriffsbericht zeigt jedoch, dass die meisten relevanten Klicks werktags zwischen 8:00 und 17:00 Uhr erfolgen – also genau während der Sprechzeiten. Gleichzeitig entstehen nachts und sonntags unnötige Kosten durch unqualifizierte Klicks, etwa von Personen auf der Suche nach Notfallambulanzen.

Durch eine gezielte Werbezeitplanung werden die Anzeigen künftig nur noch Montag bis Freitag von 7:30 bis 18:00 Uhr ausgespielt. Das reduziert nicht nur Streuverluste, sondern sorgt auch dafür, dass Anzeigen genau dann sichtbar sind, wenn interessierte Patient:innen konkret nach Terminen suchen – also in den Momenten mit höchster Relevanz.

4. Nur im Suchnetzwerk schalten

Schalten Sie Ihre Google Ads ausschließlich im Suchnetzwerk und schließen Sie das Displaynetzwerk sowie Suchpartner aus. So erreichen Sie gezielt Nutzer:innen, die aktiv nach medizinischen Leistungen suchen – ohne Budget für wenig relevante Umfelder zu verschwenden. Das erhöht die Qualität der Klicks und verbessert die Wirtschaftlichkeit Ihrer Kampagne – besonders bei begrenzten Mitteln.

Beispiel aus der Praxis:
Eine kleine Wahlarztpraxis für Allgemeinmedizin startet mit einem begrenzten Monatsbudget von 300 €. Anfangs laufen die Anzeigen sowohl im Suchnetzwerk als auch im Displaynetzwerk. Obwohl viele Klicks generiert werden, kommen kaum Terminbuchungen zustande. Nach Analyse der Kampagne entscheidet sich die Praxis, das Displaynetzwerk und die Google-Suchpartner zu deaktivieren und nur noch gezielt in der Google-Suche zu werben. Das Ergebnis: Die Klickrate sinkt leicht, aber die Qualität der Zugriffe steigt deutlich – deutlich mehr Klicks führen zu tatsächlichen Terminvereinbarungen. Das Budget wird nun wesentlich effizienter genutzt.

5. Landingpages optimieren – hoher Qualitätsfaktor spart Kosten

Leiten Sie Ihre Nutzer auf spezifische Seiten (z. B. „Termin online buchen“, „Neurologie“) und achten Sie auf schnelle Ladezeiten sowie klare CTAs (CTA steht für Call-to-Action – auf Deutsch: Handlungsaufforderung. Z.B. Jetzt Termin buchen“, „Erstgespräch vereinbaren“ etc.). Ein guter Qualitätsfaktor senkt die Kosten langfristig und verbessert die Anzeigenposition.

Das Nutzererlebnis auf der Landingpage – ist für Patient:innen besonders wichtig. Google bewertet dabei unter anderem:

  • Wie relevant die Seite zur Suchanfrage ist
  • Wie schnell sie lädt
  • Wie gut sie auf mobilen Geräten funktioniert
  • Ob sie klare Informationen und Handlungsaufforderungen (CTAs) bietet

Sie finden den Qualitätsfaktor im Google Ads-Konto: in der Kampagnenansicht wenn Sie unter „Keywords“ die Spalte „Qualitätsfaktor“ und ggf. auch die Spalten „Nutzererfahrung mit der Landingpage“, „Anzeigenrelevanz“ und „voraussichtliche CTR“ einblenden.

Beispiel aus der Praxis:
Eine neurologische Fachordination schaltet Google Ads für die Suchanfrage „Neurologe Wien Termin online“. Die Anzeigen führen jedoch zunächst auf die allgemeine Startseite der Praxis – ohne klare Handlungsaufforderung oder thematische Relevanz. Die Folge: Viele Nutzer:innen verlassen die Seite schnell wieder, der Qualitätsfaktor sinkt und die Klickpreise steigen.

Nach einer Optimierung verlinkt die Anzeige direkt auf eine spezielle Landingpage zur Neurologie, die alle Leistungen übersichtlich darstellt, ein Online-Buchungstool integriert und eine klare Call-to-Action („Jetzt Termin vereinbaren“) enthält. Die Seite lädt schnell, ist mobilfreundlich und beantwortet direkt die Suchintention. Der verbesserte Qualitätsfaktor führt zu niedrigeren CPCs und einer besseren Platzierung der Anzeige – bei gleichem Budget erzielt die Praxis nun deutlich mehr Terminbuchungen.

6. Long-Tail-Keywords nutzen – gezielte Suchanfragen abdecken

Setze auf präzise, längere Suchbegriffe wie „Orthopäde Wien Rückenschmerzen Termin“ – sie sind weniger umkämpft, kosten weniger pro Klick und ziehen gezielte Patienten an.

Beispiel aus der Praxis:
Eine Orthopädiepraxis in Wien möchte gezielt Patient:innen mit akuten Beschwerden gewinnen. Anstatt auf stark umkämpfte und teure Keywords wie „Orthopäde Wien“ zu setzen, optimiert die Praxis ihre Google Ads-Kampagne auf präzise Suchanfragen wie „Orthopäde Wien Rückenschmerzen Termin“ oder „Orthopäde Wien Bandscheibenvorfall online buchen“. Diese sogenannten Long-Tail-Keywords sind zwar seltener gesucht, haben aber einen entscheidenden Vorteil: Sie sind günstiger pro Klick, deutlich spezifischer und ziehen genau die Personen an, die schon ein konkretes Anliegen und eine hohe Buchungsabsicht haben. Das senkt nicht nur die Kosten, sondern verbessert auch die Conversionrate – besonders hilfreich für Ärzt:innen mit limitiertem Werbebudget.

7. Mit „Exact Match“ unnötige Klicks vermeiden

Bei Google Ads gibt es verschiedene Keyword-Optionen. Nur weil Sie z. B. „Hautarzt Wien“ als Keyword ausgewählt haben, bedeutet das nicht, dass Ihre Anzeigen ausschließlich bei diesem exakten Suchbegriff erscheinen. Es kann vorkommen, dass Ihre Anzeige auch bei Suchen wie „Hautarzt-Ausbildung Wien“ oder „Dermatologie Studium“ angezeigt wird – also bei Begriffen, die für Ihre Praxis irrelevant sind.

Viele Ärzt:innen sind überrascht, wenn sie im Suchbegriffsbericht sehen, wofür ihre Anzeigen tatsächlich ausgespielt wurden. Um unnötige Klickkosten zu vermeiden, sollte daher die richtige Keyword-Option gewählt werden. Google nennt diese Einstellung „Keyword Match Type“. Besonders empfehlenswert ist hier die Option „Exact Match“ bzw. „Genau passend“. Sie sorgt dafür, dass Ihre Anzeige wirklich nur bei exakt passenden Suchanfragen erscheint.

Beispiel aus der Praxis:
Eine Wahlarztpraxis für Innere Medizin in Salzburg bucht das Keyword „Internist Salzburg“. Ohne Exact Match wird die Anzeige jedoch auch bei Begriffen wie „internistische Weiterbildung“ oder „Facharztprüfung Internist“ ausgespielt – Suchanfragen, die nicht zur Zielgruppe gehören. Erst durch den Wechsel zu „Exact Match“ wird sichergestellt, dass die Anzeige ausschließlich bei wirklich relevanten Anfragen wie „Internist Salzburg Termin buchen“ erscheint. Das spart Budget und verbessert die Anzeigeneffizienz deutlich.

Fazit:

Auch mit kleinem Budget lassen sich Google Ads-Kampagnen für Ärzte erfolgreich umsetzen – vorausgesetzt, Sie setzen auf gezielte Keyword-Optimierung, passende Gebotsstrategien, zeitliche Planung und saubere Landingpages. So können Sie bereits mit 300 € Monatsbudget Sichtbarkeit gewinnen und relevante Patientenanfragen generieren. Wichtig ist: analysieren Sie regelmäßig und optimieren Sie kontinuierlich – damit Ihre Kampagnen nachhaltig wachsen.

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